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Der Reiter

Gräulich starrt die Leiche
durch Äpfel, schimmlig
Pferde
traben, grasen, springen
um den toten Reiter
Stinkefinger, Fliegenfang
Fallobst unter seinesgleichen

Rötlich starrt die Leiche
träumt von unbefleckter
Niederkunft
in Würde teilt sich einer mit
der kreuchend, fleuchend Nachwelt
Dörrfrucht halb dissimiliert
spendet er Organe

Bläulich starrt die Leiche
Veilchen gleich und riecht
nach Herbst
auf Sommers Wiese
tummelt sich Geziefer
und Madenwaben öffnen
Poren lang versiegt

Gelblich starrt die Leiche
aus Globen, ranzig
Häute
spannen im Genick
das zur Sonne abgeknickt
rigoros den Löffel hält
wie ein stichfest Jogurt

Grünlich starrt die Leiche
über Felder, unberührt
ein Reiter
liegt vergessen dort
im Gras und füttert Vöge
schweissgepökelt Trockenfleisch
auf würzig feinem Kräuterbett